Alt und Neu auf kleinstem Raum: historisches Kopfsteinpflaster und Cargo-Bikes; alte Ziegelmauer und moderne Holzfassade

KeyFacts

  • Grundstück: 1.539 m²
  • BGF oi/ui: 2.532 m²/582 m²
  • Mieteinheit Gastro (265 m²) – Außengastronomie, Neupflanzung einer Linde
  • elf Mieteinheiten Wohnen
  • drei Geschosswohnungen
  • eine Studio-Wohnung
  • sieben Townhouses (davon drei im Neubau und vier im Bestand)
  • Tiefgarage mit PKW-Aufzug
  • elf PKW-Stellplätze
  • zwölf Fahrrad-Stellplätze

Umbau

Der geschichtsträchtige Lindenhof in Büderich/Meerbusch wird revitalisiert! Dabei wird das ursprüngliche Gebäude-Ensemble, sozusagen, ganz neu erhalten. Zum Beispiel wird die gastronomische Tradition fortgesetzt; doch dazu kommen neue, hochwertige Wohnmöglichkeiten. Die denkmalgeschützten Gebäude von 1861, 1862, 1906 und 1930 werden saniert und energetisch ertüchtigt, während die nicht denkmalgeschützten Gebäudeteile von 1940 – die Tordurchfahrt im Westen und der ehemalige Pferdestall inklusive Anbauten im Norden – zurückgebaut und durch maßstabsgerechte Neubauten in Holzbauweise ersetzt werden.

Wichtiger Teil des Ensembles ist der Innenhof. Einerseits sind hier Privatbereiche vorgesehen, die über Pflanzflächen mit sommer- und immergrünen Sträuchern, Gräsern und Stauden blickgeschützt sind. Andererseits gibt es gemeinschaftliche Spiel- und Aufenthaltsflächen. Deren zentrales Element ist ein Lindenbaum, um den sich ein Sandspielbereich legt. Was den Um- und Ausbau des Lindenhofs sowohl für die Architekt:innen als auch für künftige Nutzer:innen unter anderem so interessant macht, ist der gleichzeitige Umgang mit Alt und Neu auf kleinem Raum. Oben wird das historische Kopfsteinpflaster wiederverwendet, unten wird eine Tiefgarage mit PKW-Aufzug gebaut, inklusive Stellplätze für Cargo-Bikes; altes Ziegelmauerwerk tritt in einen Dialog mit der modernen Holzfassade des dreigeschossigen Wohnbaus. Doch auch im Nachhaltigkeitskonzept des Lindenhofs liegt das Reiz- und das Anspruchsvolle der Anlage.

Blick aus dem Friedhofweg

Alle Projekte des Büros leiten sich von dem caspar.-Motto Maßstab Mensch ab.

Architektur

caspar.
Erftstrasse 17
50672 Köln

Architekt:innen

caspar. ging aus dem Büro meyerschmitzmorkamer hervor und wurde 2019 von Caspar Schmitz-Morkramer in Köln gegründet. Es ist ein vielfach ausgezeichnetes Architekturstudio, das auf höchstem Niveau alle architektonischen Leistungsphasen abdeckt. Zu den wichtigsten Projekten des Büros zählt der Um- und Anbau der Abtei Michaelsberg (2013–2017) oder das Kö-Quartier in Düsseldorf (2017–2020), das als zweites Gewerbequartier überhaupt mit dem Platin-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet wurde. caspar. unterhält Büros in Köln und Hamburg und beschäftigt ca. 120 Mitarbeiter:innen.

Bei der Entwurfsarbeit steht der Mensch als Nutzer von Architektur im Mittelpunkt; alle Projekte des Büros leiten sich von dem caspar.-Motto „Maßstab Mensch“ ab. Dieser Maßstab ist nichts Statisches, weil sich die Vorstellung vom „Nutzen“ der Architektur stets ändert. caspar. berücksichtigt das durch ein hybrides, dialogisches Denken, das alle Entwürfe zugleich als Strategien für die Zukunft und die Transformation der Bauwirtschaft begreift.

Historische Aufnahme um 1900

„Das Gebäude ist bedeutend für die Menschen, da es ein Zeugnis für die Siedlung Büderich darstellt, ebenso wie für die Gaststätten-Geschichte.“

Historie

„Das Gebäude ist bedeutend für die Menschen (…) da es ein Zeugnis für die Siedlung Büderich darstellt, ebenso wie für die Gaststätten-Geschichte. Die Gaststätte bildet heute den Abschluss der alten Kernbebauung des Dorfes Büderich. Somit sprechen auch städtebauliche Gründe für die Erhaltung und Nutzung. (…) Die Unterschutzstellung beschränkt sich auf die äußere Gestalt und technische Konstruktion des Hauses. Eine Anpassung im Inneren an moderne Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse ist möglich.“

Soweit ein Auszug aus dem Text zum Eintrag des Lindenhofs in die Denkmalliste. Das Ensemble ist, wenn man so will, ein Mehrgenerationenhaus und eine Patchworkfamilie; die ältesten ihrer Mitglieder sind von 1861 und 1862, der Vertreter der mittleren Generation von 1906, und der jüngste von 1930. (Nach Resten des bereits 1373 erwähnten „Blomerhof“ wird im Rahmen der Bauarbeiten in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege gesucht.)

Die ersten Gebäude waren landwirtschaftlicher Prägung und wurden später ergänzt um – bzw. teilweise ersetzt durch – eine Gastwirtschaft. Eine erste kartografische Erfassung datiert aus dem Jahr 1861 (Haupthaus mit Anbau). Weitere Ausbaustände wurden 1862 (Schweinestall) und 1906 (Wagenhalle) dokumentiert. Die letzte dokumentierte Erweiterung datiert aus dem Jahre 1930, als die bestehende Gastwirtschaft um einen zweigeschossigen Anbau an der Dorfstraße mit zusätzlichen Gasträumen sowie um eine Kegelbahn samt Kegelzimmer ergänzt wurde.

1940 zerstört eine Luftmine einige der landwirtschaftlich genutzten Gebäude im nördlichen Teil des Grundstücks, die in der Folge mit minderwertigen Materialien wieder aufgebaut wurden. Das ist einer der Gründe dafür, warum dieser Teil des Ensembles nicht unter Denkmalschutz stand und ausgerechnet das jüngste Mitglied der Familie einem Neubau weicht.

Luftaufnahme Lindenhof

Wiederverwertbarkeit und Autarkie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Der Lindenhof ist mehr als nur ein weiteres Gebäudeprojekt, das „auch“ nachhaltig ist. Stattdessen wird ein Nachhaltigkeitskonzept verfolgt, das als Leuchtturm-Projekt für weitere Projekte dieser Art dienen soll. Um den CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, wird in der Planung besonderer Wert auf die Wahl von Baustoffen und -konstruktionen gelegt, die für die Kreislaufnutzung optimiert sind. Alle verbauten Materialien, sowohl im Bestand als auch im Neubau, werden in dem Materialkataster MADASTER erfasst. Zukünftige Generationen haben über diese digitale Datenbank Zugriff auf alle Informationen über die im Lindenhof gebundenen Baustoffe und Materialien, sodass diese gezielt und vollständig weiter- und wiederverwendet werden können.

Innenhof Lindenhof

Anfragen zur Vermietung

Mietanfragen

Im Moment läuft unsere Baustelle auf Hochtouren. Wir werden mit der Vermietung der Wohnungen beginnen, sobald wir von unseren Unternehmern verbindliche Fertigstellungstermine erhalten.
Bei Interesse teilen Sie uns bitte mit, welche Wohnungsgröße Sie suchen. Ihr Einverständnis vorausgesetzt, werden wir uns dann gerne mit Ihnen in Verbindung setzen.

Kontakt

Bauherrin

C&C Lindenhof GbR
Erftstraße 17
50672 Köln

info@lindenhof-meerbusch.de